Erbtipps für den denkenden Erblasser


Wie vererbe ich sinnvoll?

 

Worum geht es bei einer Nachlassregelung? Letztendlich kann nur sich persönlich frei machen das übergeordnete Ziel sein. Das Ergebnis wäre idealerweise, sich angesichts des eigenen Todes umdrehen und nach vorne schauen zu können ohne noch einen Gedanken nach hinten verschwenden zu müssen. Wir können nicht in unseren Kindern oder Erben weiterleben und dürfen es nicht einmal versuchen. Die Regelung des Nachlasses soll frei machen für die große Reise, nicht uns weiter verstricken in irdische Geschäfte. Wer bis zum Schluss niemandem getraut hat, der muss es jetzt tun. Oder auch nicht. Es spielt keine Rolle mehr. Wer tot ist, ist raus aus dem irdischen Spiel. Die Verantwortung für die materielle Welt liegt bei den Lebenden.

Frei werden heißt auch sich aus Vermischungen und Schuldverstrickungen mit anderen Menschen lösen: Kann gegen Ende eines Lebens die richtige Verwendung des gewonnenen Vermögens die Lateralschäden, die bei seinem Aufbau entstanden sein mögen heilen? "Wer reich stirbt, stirbt unanständig" wird der in seinem Leben offenbar nicht immer rücksichtsvolle Stahl-Industrielle Andrew Carnegie zitiert. Bil Gates und andere scheinen ähnlich zu denken. Christus sowieso: "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher in den Himmel."

Wer soll was bekommen?

 

Familie: Die Bedeutung des "Familienvermögens" (das es rechtlich tatsächlich gar nicht gibt) um die materielle Existenz und die Versorgung der Familienmitglieder zu sichern schwindet immer mehr. Jedes Familienmitglied hat heute in der Regel seinen Beruf und seine eigene gesetzliche oder private Absicherung. Der Erblasser kann sich somit wesentlich freier fühlen bei testamentarischen Verfügungen als früher. 

Das Erbe sollte für die Nachkommen eine Unterstützung sein für ihren eigenen Weg, nicht aber ihr Leben bestimmen. Es sollte niemanden von seinem eigenen Weg ablenken. Jeder Mensch bringt seinen eigenen persönlichen Plan mit. Der ist zu respektieren. So muss das Erbe zum Erben passen, nicht der Erbe sich zum Erbe hin verbiegen. Dem Erben die eigenen nicht gelebten Träume aufzuladen nützt beiden nicht.

Nachfolger: Glücklich weil frei, ist der, der am Ende seines Lebens das erreicht hat was er sich vorgenommen hatte. Auch noch glücklich und frei könnte der werden, der jemanden findet, der sein unvollendetes Werk zu Ende bringen will.  Aber den kann man nicht kaufen. Die Aufgabe, die er übernimmt, muss in seinen eigenen Lebensweg passen.  Es muss seine eigene Aufgabe sein.  Und sie muss so beschaffen sein, dass er sie erfüllen, zu Ende bringen und selber frei werden kann. Nur eine Familiendynastie um ihrer selbst willen aufrecht zu erhalten,  kann in einer modernen Welt freier Menschen kein sinnvolles Ziel mehr sein. Das Individuum, der einzelne Mensch, ja auch der fremde, ist immer größer und mehr wert als eine ganze Dynastie. 

Wieviel Erbe ist angemessen?

Was angemessen ist bestimmt sich

  • nach dem was zur Verfügung steht. Wenn das wenig ist, ist wenig auch genug. Manchmal genügt die Geste.
  • nach dem was der vorgesehene Erbe sinnvoll nutzen kann. Es soll ihn anregen, nicht seine eigenen Kräfte lähmen oder durcheinander bringen.
  • nach dem Maß der Gesellschaft in der der Erbe lebt. Wenn du ihn übermäßig bevorteilst vor seinen Mitmenschen, dann störst und belastest du seine Beziehungen zu diesen. Ein Bärendienst. Unproblematisch scheint ein Erbteil zu sein bis zur Höhe des durchschnittlichen Erbes in Deutschland, also der Wert den theoretisch jeder erben könnte. Der dürfte irgendwo zwischen 200 und 300.000€ liegen. Ein Erbe das darüber hinausgeht, bedarf eines stichhaltigen Grundes, einer Rechtfertigung. Letztendlich kann diese Rechtfertigung nur gelingen, wenn der Erbe mit seinem Erbe eine Aufgabe übernimmt, die eine entsprechende Bedeutung für die ganze Gesellschaft hat und die nur er alleine erfolgreich umsetzen kann. Darin belügen sich häufig Erblasser und Erben gemeinsam.

Unser Tipp für dich als Erblasser:


Weite deinen Blick. Am Ende seines Lebens soll der Mensch mehr sein als das unvernünftige Tier, das nur die eigene Brut im Auge hat. Selbst mit Blick auf deine Nachkommen ist das Beste was du tun kannst, zumindest ein Stückchen eine bessere Welt zurückzulassen als du vorgefunden hast. Mit allem was du vermagst, auch mit dem Angesammelten, das entsprechend Vermögen heißt.

In der Welt Menschen zu finden die Hilfe brauchen, und Probleme zu finden die auf eine Lösung drängen ist leicht. Die Welt wird dich loben wenn du mit deinem Nachlass Not linderst, und wir werden dich auch loben.

Wenn du aber darüber hinaus in die Gerechtigkeit der Welt investieren willst, also die systemischen Ursachen von Not und Armut angehen und die Menschen in ihrer Selbstwerdung fördern willst: Willkommen im Club! Du kannst die Stiftung nutzen. Sie wird eine Methode entwickeln um Vermögensteile direkt ohne Bevormundung durch den Staat an diejenigen jungen Menschen zu geben die sonst nichts erben würden. Sie wird ein verloren gegangenes Element natürlicher Gerechtigkeit installieren. Schließ dich uns an und bring mit uns die erste Staffel eines Allgemeinen Grunderbes auf den Weg. Dieser Akt wird an der Welt nicht spurlos vorüber gehen.